| Snoezelen |
Der Begriff „Snoezelen“ setzt sich aus der Kombination der beiden holländischen Wörter „snuffeln“ (schnuppern, schnuffeln) und „doezelen“ (dösen, schlummern) zusammen und hat sich seit 1990 weltweit verbreitet. Snoezelen wurde als reines Freizeitangebot für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung entwickelt, indem ermöglicht werden soll, den Alltag hinter sich zu lassen und Entspannung zu finden. Neue Zugangswege zu Menschen mit schwerer geistiger und/oder psychischer Beeinträchtigung, ausgeprägten Wahrnehmungsstörungen oder Aufmerksamkeitsproblemen, sollen durch die Anregung der Sinne geöffnet werden. Für den dementen Menschen kann sich eine Ruhe für ihren Körper, Geist und Seele einfinden. Gezielte Förderung oder therapeutische Arbeit sieht das klassische Konzept nicht vor. Snoezelen bei Personen mit Demenz – |
| Wahrnehmungsmöglichkeiten:
Die Wahrnehmung erfolgt über unsere fünf Sinnesorgane (Haut, Ohren, Augen, Nase, Mund). Aufgenommene Reize werden registriert und mit vorhandenen Erinnerungen und Erfahrungen im Großhirn verglichen. Menschen mit geistigen Defiziten haben Wahrnehmungsdefizite, die sich durch Auffassungs- und Konzentrationsschwächen äußern. Durch unsere Sinne können wir uns ein Bild von unserer Erlebniswelt schaffen. Fehlen Sinnesorgane oder sind sie in ihrer Funktion eingeschränkt, kann man seiner Erlebniswelt weniger hinzufügen. Andere Sinnesorgane können dann gezielter und intensiver genutzt werden. |
| Die Musikauswahl
Musik zum Snoezelen kann auf zwei verschiedene Weisen angewandt werden: Musik gezielt einsetzen (um z. B. Effekte bei Lichtorgeln auszulösen) oder eine Hintergrundmusik, die Atmosphäre schafft. Das Tempo der Musik sollte durchgehend und nicht zu schnell sein, da Musik auch Spannungen hervorrufen kann und Tempowechsel beunruhigend wirken. Besonders geeignet ist trophotrope Musik (beruhigende, entspannende Musik). Ihre Rhythmen sind schwebend, die Töne sind aneinander gebunden und die Melodie fließt sanft. Dient die Musik als Hintergrundmusik, dürfen die Stücke nicht zu kurz sein, damit der demente Mensch die Möglichkeit hat, sich auf die Musik einzustellen. Wichtig ist auch die Lautstärke. Sie sollte nicht zu laut sein und eventuell den entstandenen Situationen angepasst werden. |
| Wahrnehmung durch Fühlen
Die Hautsinne setzen sich aus Tast-, Schmerz- und Temperatursinn zusammen. Der Tastsinn kann uns zahlreiche Informationen über die Umwelt geben. Man kann erfahren, ob ein Gegenstand leicht, schwer, hart, weich, glatt, rau, stumpf oder spitz ist. Um aber ein Gesamtbild von unserer Umwelt zu erfassen, ist man auch auf die übrigen Sinnesorgane angewiesen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten den Tastsinn zu erfahren: Man kann Formen, Gegenstände, Naturmaterialien, Spielzeug usw. abtasten, Vibrationen oder Temperaturunterschiede fühlen. Da Menschen mit Beeinträchtigungen ihren Tastsinn vielfältig gebrauchen, um ihre Umgebung wahrzunehmen, dürfen beim Snoezelen Anregungen für den Tastsinn nicht fehlen. Taktile Elemente sollten so platziert sein, dass der Demente mit ihnen konfrontiert wird. Es können zum Beispiel Streifen aus Wolle, Plastik, Stoff oder andere Materialien von der Decke hängen, so dass der Kontakt leichter hergestellt werden kann. Beim Snoezelen muss bedacht werden, dass insbesondere pflegebedürftige Menschen neben der Demenz noch andere körperliche Einschränkungen haben können. Insofern gilt es dem Dementen ein individuelles Angebot an Tastmöglichkeiten zu bieten, ohne dass ein Betreuer eingreifen muss. Das können taktile Reize in Bodennähe sein, in der Reichweite eines Wasserbettes eine Decke, Felle oder Tücher, etc. Felle, Decken und Tücher können angefasst werden, zum Verstecken oder Einrollen dienen oder einfach um sich draufzulegen. Mit unterschiedlichen Materialien gefüllte Beutel (Eicheln, Erbsen, Kastanien, Federn, Kräutern,...) ermöglichen weitere taktile Erfahrungen. Nach dem Motto „Was ich sehe, möchte ich auch fühlen“ gibt es auch Gegenstände, die sich bei Berührung erwärmen. Die Verwendung von Luftströmen, die die Haut streicheln, kann in das Gesamterlebnis eingebaut werden, um Stimmungen und Bilder zu erzeugen.
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| Wahrnehmung durch Hören
In der Arbeit mit dementen alten Menschen stellt man oft fest, dass sie zwar hören, aber nicht zuhören. Man spricht also vom Hören im physiologischen Sinn, aber nicht vom bewussten Hören, welches Aufmerksamkeit und Konzentration verlangt. Geräusche können sowohl angenehm als auch unangenehm erfahren werden. Menschen mit Behinderungen bringen oft Geräusche hervor, die wir nicht verstehen und deshalb zu deuten versuchen. Geräusche hervorbringen (durch Sprechorgane oder mit Hilfe von Gegenständen), kann im Snoezelenbereich zu neuen und aufregenden Erfahrungen führen. Eine Umgebung, die bis auf die Lichtreflexe relativ reizvoll ist, kann entspannend aber auch bedrohlich wirken. Im Alltag sind wir einem ständigen Geräuschpegel ausgesetzt. Ein „stiller Raum“, der außer Gelegenheiten zum Sitzen oder Liegen nur noch eine stimmungsvolle, gedämpfte Beleuchtung bietet, kann eine Ruhe vermitteln, die es sonst nur sehr schwer zu erleben gibt. Snoezelen – ein unendliches Thema Das Thema Snoezelen umfassend darzustellen, erfordert weitaus größeren Raum. Informationen hierzu liefert z. B. die Deutsche Snoezelen-Stiftung. |

